Über viele Jahre hinweg nutzte ich ausschließlich
Windows Betriebssysteme auf meinem PC. Nun ist es auch für mich an der Zeit den Wechsel auf ein
Linux zu vollziehen.
Ausschlaggebend für mich ist eine bessere
Kontrolle über das System und die Möglichkeit es einfacher an meine Bedürfnisse
anzupassen. Zugegeben das geht mit Windows auch, trotzdem bin ich der Meinung, dass ich mit einem Linux System meine Ziele schneller und effektiver erreichen kann.
Jedoch muss man sagen, dass nicht für jeden PC Nutzer ein Wechsel zu Linux sinnvoll ist. In meinem Fall nutzte ich den PC in allererster Linie als
Arbeitsmittel. Also zur Programmierung und Dokumentation. Für Benutzergruppen die den Computer hauptsächlich zur Unterhaltung (Spiele, etc.) nutzen, ist ein Wechsel eher unsinnig.
Soweit so gut. Also begann ich damit alles auf
Ubuntu umzustellen. Ubuntu hatte ich bereits als virtuelles Betriebssystem unter Windows laufen und fand mich mit dieser Linux Distribution gut zurecht. Außerdem finde ich die Mischung aus Design, Komfortabilität und Funktionalität dort optimal. Es ist auch ohne Kenntnis der Konsole benutzbar, zugleich hat man die volle Kontrolle mittels der Konsole. Gut das ist bei den meisten Linux Distributionen so ;)
Erfahrungen und Tipps

Ich habe mich für einen sanften Wechsel entschieden, d.h. ich machte eine Partition für das Ubuntu frei und installierte es. Der Vorteil liegt darin, dass man ggf. wieder Windows benutzen kann, falls es gravierende Schwierigkeiten gibt.
Internet und Mail
Darum muss man sich nicht weiter kümmern. Ubuntu bringt gleich
Firefox und
Evolution mit. Neben eMail senden und empfangen verfügt Evolution auch über einen Kalender und Kontaktverwaltung - es ähnelt Outlook. Jedoch habe ich es noch nicht weiter getestet.
Office
Ubuntu kommt bereits mit
OpenOffice. Darin enthalten ist ein Schreibprogramm, Tabellenkalkulation, Präsentation und Datenbank. Alles was man von
Microsoft Office kennt.
Messaging
Auch unter Linux kann mit
Skype telefoniert werden, da es das Programm auch für Linux Systeme gibt. Um auch fleißig
IMs zu schreiben kann das Programm
Gaim genutzt werden. Gaim unterstützt verschiedene IM Protokolle (z.B. Yahoo, ICQ, AIM). Anscheinend wurde Gaim mittlerweile in
Pidgin umbenannt - unter Ubuntu 7.0.4 heißt es noch Gaim ;).
Entwicklungs IDE
Hier ist für mich
Eclipse erste Wahl und ganz einfach über installiert.
sudo apt-get install eclipse
Multimedia (Musik, TV, ..)
Eine große Herausforderung für Ubuntu als Alternative zum Windows, stellt die Verwaltung von Musik dar. Leider gibt es
iTunes nicht für Linux. Auch ein Versuch es über
wine zu installieren gelang mir nicht. Doch ich habe eine gute Alternative gefunden:
BansheeSeit einiger Zeit besitze ich einen
DVB-T USB Stick von
Freecom, um gelegentlich auf den PC als TV Ersatz zurückzugreifen, wenn meine Freundin kein Fußball schauen möchte :) Doch mitunter nutze ich es auch als
digitalen Videorekorder. Ich muss sagen, dass ich
nicht damit gerechnet habe den Stick unter dem neuen Ubuntu zum Laufen zu bekommen. Das es gehen würde da hatte ich keine Bedenken, aber ich dachte dazu ist ein riesiger Aufwand mit Kompilieren etc. notwendig. Glücklicherweise bin ich auf diese
Anleitung gestoßen.
Das Vorgehen hat auch soweit wie beschrieben funktioniert, nur das ich bei der Firmware etwas
abweichen musste. Die Firmware musste in
/lib/firmware/$kernel kopiert werden und ich benötigte neben dvb-usb-wt220u-zl0353-01.fw auch dvb-usb-wt220u-fc03.fw von
http://www.chandlerfamily.org.uk/files/firmware/. Danach noch
Kaffeine und einige Codecs installiert und ich konnte DVB-T fernsehen.
Wie gesagt unverhofft einfach. Außerdem ist Kaffeine deutlich
performanter als die Software, die mit dem DVB-T Stick für Windows mitgeliefert wird. Das Wechseln der Sender geht schneller und auch der Empfang scheint besser zu sein.
Auch
IPTV ist möglich. Unter Windows nutzte ich zuletzt
Sopcast . Dieses Programm ist auch unter Linux verfügbar. Jedoch benötigte ich
gtk-sopcast_0.2.8-1_i386.deb (bei Google zu finden) und nicht die unter Downloads bei Sopcast angebotene Version (in Chinesisch). Dazu noch den
mplayer installiert und IPTV funktionierte.
(Zwischen-)Fazit
Bis jetzt bin ich äußerst zufrieden mit Ubuntu. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob es komplett alltagstauglich ist und werde hier über meine weiteren Erfahrungen berichten ;)